Erst die Lokfuehrer, dann die Hollywoodschreiber und nun auch die Bademeister! Langsam ist man ja doof, wenn man nicht streikt. Vor allem, wenn man sieht, wie gut alles organisiert ist. Vom Transparent bis hin zur Thermoskanne – fuer alles ist gesorgt. Die Writers Guild, die Gewerkschaft der Schreiberlinge, ruestet die Streikenden mit professionellen, seriell produzier- ten Protestschildern aus. Auf der Strike Main Page kann man sich in Echtzeit darueber informieren, was geht: Wo sind welche Stars? Welche Streik-location ist gerade angesagt? Da kann man schon fast zuhause bleiben und im Netz mitstreiken.
Der Streik der Lokfuehrer betrifft mich persoenlich natuerlich nicht so sehr, wie der Schreiberstreik. Ich fahre sowieso nie mit der Bahn, sondern fliege ueberall mit Billigfliegern hin (dank Lohndumping und Gewerkschaftsverbot gibt es da auch keine Streiks) und ausserdem koennen die Lokfuehrer keine guten Drehbuecher schreiben und werden bei ihren Streiks nicht von bekannten Hollywoodgesichtern unterstuetzt. Wie auch immer. Bei beiden Streiks scheinen nicht die Forderungen der Streikis im Fokus der medialen Streikberichterstattung zu stehen, sondern, dass es der groesste Streik seit immer ist.
Ueber jene, die nicht streiken (koennen), wird gleich gar nicht berichtet. Aber was sollen bitteschoen all die Schueler, Zuviel-Dienstleistende, Dekadenz-Prekarrieristen und Millionaerskinder machen, denen es schon lange bis hier
steht? Interessiert ja keinen, wenn die nicht erscheinen
oder nur in ihrer Freizeit Streikluft schnuppern wollen. Ebenso- wie es keinen interessiert, dass Produkte wie das Streik-Kit von schulfabrik.de rotzfreche Spruehschablonen mit scho- nungslosen Parolen im Berlin-Style, eine original Montana Pocket Can und ein Paar Einweghandschuhe
fuer ein paar Hartz-Dollar anbieten.
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