Finalistenarbeit "Vatermilch"

"Vatermilch" von Uli Oesterle

Jurybegründung von Dr. Brigitte Helbling

„"Vatermilch" erzählt von Vätern, die verschwinden und von Söhnen, die zu unzuverlässigen Vätern werden, zeigt Lebenswege, die ins Dunkle führen, und andere, die einen unerwarteten Neuanfang erlauben. Das Thema ist schwer und universell, Uli Oesterle geht es vielschichtig, sehr persönlich und mit einer erfrischenden Leichtigkeit in der Bilderzählung an. Die Geschichte spielt in München und zielt auf Weltformat, die eingereichten Materialien zeigen das Projekt an einem Punkt, wo eine Fertigstellung greifbar wird. Die Jury vergibt den Comicbuchpreis 2016 in großem Zutrauen an ein Unterfangen, das unsere Neugier gerade auch in seinem stilistisch/narrativen Aufbruchswillen geweckt hat.“ 

- Dr. Brigitte Helbling -

Der Preisträger 2016 mit "Vatermilch"


Oesterle, 1966 in Karlsruhe geboren und heute mit Frau und zwei Kindern in München lebend, hat seine Bewerbungsarbeit als fiktive Biografie seines Vaters und als eine Geschichte über Wiedergutmachung verfasst. Sein Vater verließ die Familie in den 1970er Jahren, als Oesterle sieben Jahre alt war. Während der dreißig-jährigen Abwesenheit seines Vaters gab es viele Spekulationen über dessen Verbleib. Erst nach seinem Tod erfuhr der Künstler von der schweren Krankheit seines Vaters, dem Korsakow-Syndrom, das vor allem langjährige Alkoholiker trifft. Die großen Lücken in der Vita des Vaters füllte Oesterle mit erfundenen Ereignissen, dazu recherchierte er im Obdachlosenmilieu Münchens. 

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