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Bravour in den höchsten Tönen
von Walter Eigenmann
Seit jeher umgibt Koloratur-Sopranistinnen die Aura und der Glamour der grossen Primadonnen. Perlende Sechzehntel bei perfektem Höhen-Stimmsitz, emotionale Expressivität bis fast zum dreigestrichenen C, rythmische Agilität, Sprung-Präzision, exaktes Intonieren im Allegro – der unabdingbaren Ingredienzen des virtuosen Koloratur-Singens sind dies nur einige.
Selten gehörte Sing-Virtuosität
Eine noch verhältnismäss junge, aber technisch bereits vollendete Sopranistin ist die 35-jährige Deutsche Diana Damrau. Vorläufiger Höhepunkt ihrer 2002 gestarteten, kometenhaften Solo-Karriere ist ihre nun vorliegende Einspielung von Bravour-Arien der Komponisten Mozart, Salieri und Righini. „Arie di Bravura“ beinhaltet 13 (zumeist) selten gehörte, teils extrem virtuose oder gar an die Grenzen des Sangbaren gehende Beispiele des Zier-Singens, wie es auf der szenisch absorbierten Opern-Bühne kaum je so detailreich gehört bzw. gesungen werden kann.

Stil- und Ausdrucks-Puritaner werden der Damrau unweigerlich „L’art-pour-l’art“- oder gar „Zirkus“-Mentalität vorwerfen. Für die Freunde buchstäblich höchster Koloratur-Kunst ist „Arie di Bravura“ ein faszinierendes Hör-Erlebnis der Extraklasse. ♦
Diana Damrau, Arie di Bravura (Mozart-Salieri-Righini), Le Cercle de l’Harmonie, Jérome Rhorer, VirginClassic/EMI, ASIN B000R20VM8
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