KAPRIOLEN EINES IDIOMS
Ich bin der Hund auf den der Vers gekommen ist.
Ich hör aufs Wort wie kein realer Köter.
Mein Fell ist Schund und meine Leine mißt
fünfhunderttausend Hexazentimeter.
Ich bin ein Schmerz in jedem Musenschoß
vergeh auch nicht zu Füßen der Euterpe.
Sie krault mich sinnend mit dem Daktylos
und ahnt schon daß ich jedes Maß verderbe.
Das Fleisch ist billig und der Geist liegt brach
wie Träume zwischen sprechenden Maschinen.
Ich jage halbverwitterten Phantomen nach
und mein Trochäus wimmelt von Trichinen.
Wie seltsam ist der Wunsch modern zu sein.
Das Zeitgemäße kann mich mal am Jambus.
Die Muse kettet mir den Stern vom Bein
und näht ihn in das Futter ihres Handschuhs.
Sie sagt so läuft mir nicht dein Licht davon
wenn du wieder hinterm Mond verschwindest
und halte mehr Distanz zu meinem Distichon
seine Wasserkrone nämlich ist nicht windfest.
Sie küßt mich spruchreif für die Gegenwart.
Man wirft mich roh auf irgend einen Tresen.
Ich werde ausgespuckt als faule Redensart
und war doch fast schon am Parnaß gewesen.
DIE PÜREEKOCHER.
für andreas koziol
die püreekocher sind das die menschen
von denen in anderer zeit nur gesagt war
sie seien das jagdgestein,
gleichgroß sei jegliches wesen und immer besorgt
ob ihm anfang und ende gelängen.
und wenn sie es nicht sind und kormoran-leute
sind viele bei ihnen und etliche lernten im dulden
gesang denn das tragen der lüfte war einmal und
ohne vergessen geprüft, und sie müssen
einander nun viel von erwartung berichten.
die immer ermattet und immer von tod wie erleuchtet
auf nächtlichen feldern die schritte erinnern
zu künftiger mühsal
und endlich ein lächeln auf ihren gesichtern erscheint
wie zu weiterer streuung erhoben.
Ulrich Zieger
Andreas Koziol liest 3 Gedichte zur Autorenlesung der Literatur- und Kunstzeitschrift „Herzattacke“ am 28.1.2016 im Roten Salon der Volksbühne.
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