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Hundertvierzehn | Fundstück
Ocean Vuong über Anne Carson

Es gibt Bücher, die sind inspiriert, und Bücher, die inspirieren. Anne Carsons »Rot« ist ein Buch, das viele andere zum Schreiben angetrieben hat. Lesen Sie hier, wie Anne Carson Ocean Vuong beeinflusst hat – in den Worten des Autors.

 
Anne Carson

Anne Carson wird in Kanada und den USA längst als eine der wichtigsten Stimmen der Gegenwart gefeiert. 1950 in Toronto geboren, studierte sie Griechisch und unterrichtet als Altphilologin. Die Parallelität von Antike und Gegenwart durchzieht ihr ganzes Werk. Neben der Sappho-Studie »Eros the Bittersweet« und ihren Sappho-Übersetzungen entstanden auch Studien zu Celan und Hölderlin. Bei S. Fischer erschienen in der Übersetzung von Anja Utler: »Decreation. Gedichte. Oper. Essays« (2014) sowie »Rot. Zwei Romane in Versen« (2019).


Édouard Louis bewundert sie: »Anne Carson ist eine der originellsten und radikalsten zeitgenössischen Schriftstellerinnen, eine bedeutende Autorin.« Über Carsons Antigone-Version sagt er, was auch für »Rot« unbedingt zutrifft: »Niemals schienen Aufstand und Melancholie so gerecht zu sein.« – Und Ocean Vuong zählt »Die Autobiographie von Rot« zu den »Zehn Büchern, die ich zum Schreiben meines Romans brauchte«:

Dieses hybride Buch (ein Versroman) hat mir gezeigt, was alles möglich wird, wenn eine erfundene Geschichte von anderen Texten in einen Kontext gerückt wird, auf den sie antwortet, sich mit ihm auseinandersetzt und gleichzeitig das Original feiert, indem die Erzählung selbst lebendig wird. Bei Carson wird das durch die Neubesetzung und Fortschreibung des klassischen Mythos von Geryon erreicht. Und mehr, sie verwendet Geryons anekdotisch überlieferte Biographie als Epizentrum einer größeren maskulin dominierten Erzählung; so dezentralisiert sie das griechische Original hin zu einer zeitgenössischen Vision vom schwulen Leben auf dem Land, von der Isolation, die mit der Arbeit als Künstler einhergeht und von den brutalen Folgen, die es mit sich bringt, sich in einem patriarchalischen System sich für die Innerlichkeit zu entscheiden.

Aber was mir an den Buch vielleicht am meisten gefällt, ist Carsons Weigerung, die Entwicklung des Protagonisten durch eine falsche, erzwungene Adaption von heterosexuellen Idealen darzustellen. Geryon ist ein stiller, schmaler, kreativer Muttersohn und wird nicht zu einem maskulinen Helden, um sich aus seiner Außenseiterrolle zu »erlösen«. Stattdessen verkörpert er mutig sein Anderssein – oder eine »Monströsität«, wie Carson es ausdrückt - durch eine von Gefühlen formierten ästhetische Position. Es ist ein Buch, dass auf der Notwendigkeit der Alterität besteht, statt sich dem Prozess der gebotenen Anpassung zu unterwerfen.

Quelle: LitHub

Rot

Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt ihrer erotischen Beziehung lässt Herkules Geryon fallen und stürzt diesen in tiefstes Leid. Doch da reist Geryon auf magische Weise aus der Antike in die Gegenwart - und findet Trost in der Fotografie.
Die Lyrikerin Anne Carson hat das Unbändigste und Verrückteste geschaffen, was die Literatur zur Zeit zu bieten hat. Sie setzt Homer in einen Teilchenbeschleuniger, um in der Zersplitterung alter Bedeutungen ein Spiegelbild unserer Gegenwart zu zeichnen. »Rot« ist ungeheuer erotisch und böse wie die griechischen Mythen, melancholisch und lasziv wie Velvet Underground.
»Rot« vereint zwei Werke in einem Band: »Autobiography of Red« und »Red Doc>«.
Übersetzt von: Anja Utler.

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Frankfurt am Main 2020
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