Ulrich Blumenbach

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Ulrich Blumenbach (2010)

Ulrich Blumenbach (* 2. Januar 1964 in Hannover) ist ein deutscher literarischer Übersetzer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Blumenbach – aufgewachsen in Lüneburg – studierte Anglistik, Germanistik und Geschichte an den Universitäten Münster, Sheffield und Berlin. 1990 legte er sein 1. Staatsexamen ab. Seit 1993 arbeitet Blumenbach als Übersetzer aus dem Englischen sowie aus dem Amerikanischen Englisch in die deutsche Sprache. Er lehrt als Lehrbeauftragter im Studiengang Literarisches Übersetzen an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und leitet zusammen mit Fritz Senn das Zürcher Übersetzertreffen. Ulrich Blumenbach ist verheiratet und lebt mit seiner Familie (eine Tochter, ein Sohn) in Basel.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blumenbach hat u. a. Romane, Essays und Erzählungen folgender Autoren übersetzt: Paul Beatty, Truman Capote, Agatha Christie, Giles Foden, Kinky Friedman, Stephen Fry, Arthur Miller, Raja Rao, Will Self, Tobias Wolff. Er war ebenfalls an einer Teilübersetzung des Werkes Finnegans Wake von James Joyce beteiligt.

Von November 2003 bis Dezember 2008 arbeitete Blumenbach für den Verlag Kiepenheuer & Witsch an der Übersetzung von David Foster Wallaces Roman Infinite Jest, der unter dem Titel Unendlicher Spaß im August 2009 erschienen ist. 2010 veröffentlichte der Rowohlt Verlag Blumenbachs Übersetzung der Urfassung von Jack Kerouacs Roman Unterwegs unter dem amerikanischen Originaltitel On The Road – Die Urfassung. Ab August 2011 übersetzte Ulrich Blumenbach den Roman The Pale King von Wallace. Das Werk aus dem Nachlass des Autors erschien im November 2013.

„(Zu Unendlicher Spaß, 2009:) Terminologische Sackgassen und Sprachfallen also auf Schritt und Tritt – auf fachspezifischem Schritt und stilistischem Tritt –, gleichgültig, ob sich die Leser in den deutschen Entsprechungen je besser zurechtfinden werden. Dazu stößt jeder Übersetzer auf Wörter, die in seiner Sprache fehlen, die es aber geben sollte. Ich … schiebe ein konkretes Beispiel ein, gewissermaßen … zum Mitschreiben. Es ist notwendigerweise kurz, nachvollziehbar – und schmerzlos. Es handelt sich ein sogenanntes Wortspiel, ein übrigens nicht ganz zutreffender Ausdruck, der vorgibt, dass irgendwo in der Literatur die Wörter nicht spielen. An einer Stelle unter vielen, wo manche, darunter ich, das Handtuch geworfen hätten, wird ein etwas gezwungenes Rätsel aufgetragen, Ein allzu typischer Fall für Übersetzer. … Es ist denkbar, dass der Autor die Verwirrung seiner Leser in den Verstrickungen in Kauf genommen oder sogar beabsichtigt hat. Leser dürfen sich im Dickicht verirren, dürfen missverstehen, sogar überspringen. Nur der Übersetzer darf sich saloppe Fahrlässigkeit nicht erlauben, und muss der Konstruktion bis in die letzten Verästelungen nachgehen, d.h. zunächst sie verstehen und jedes einzelne Glied umsetzen, selbst wenn kein Leser die Feinstruktur eines ausfächernden Gebildes je bewusst aufnehmen sollte.“

Fritz Senn, Laudatio zum Basler Kulturpreis, in Zs. Übersetzen, 1, 2017: Kpl. Laudatio, online. Hg. Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ

Blumenbach ist Mitglied im Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, VdÜ.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersetzungen (Chronologisch)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstige Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hieronymusring | VdÜ – die Literaturübersetzer. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  2. Zuger Übersetzer Stipendium: Pressemitteilung vom 27. Januar 2015.
  3. Auszug abgedruckt in Übersetzen, 1, 2017. Ungekürzte Fassung
  4. Meike Fessmann: Die Traurigkeit der Spottdrossel. Rezension in Süddeutsche Zeitung Nr. 127, 3./4./5. Juni 2017, S. 21.