liú


Juni 2020-März 2021



In der Weite des Meeres, der Unendlichkeit des Universums sind wir nicht mehr und nicht weniger als Sternstaub im Nichts. Fliehkraft, Gravitation und Durchlässigkeit, ständiger Wandel und geordnetes Chaos – In ihrer neuen Arbeit beschäftigt sich Jasmin İhraç gemeinsam mit den Tänzern David Mendez und Abel Navarro sowie der Musikerin RENU mit der Frage nach potenziell unendlichen Bewegungen. Wie artikulieren sich Bewegungsprozesse, die einen Anfang aber kein Ende haben, die sich wiederholen oder periodisch sind? Bedeutet Wiederholung, Wiederkehr des Gleichen oder wiederholte Veränderung?

Die Tänzer_innen mäandern durch verschiedene Aggregatzustände, zitieren gestenhaft Tanzsprachen, verkannte Pionier_innen und ausgestorbene Organismen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie gleiten, scheinbar der Schwerkraft enthoben, über spiegelnde Landschaften und fügen sich ein in wechselnde Gravitationsfelder und Soundlandschaften, die, getragen von Tabla, Cajón und Buchla, Rhythmen des Zirkulären generieren.

*Das chinesische Zeichen 流 „liú“ – Wasser (氵), Wolken (云), Fluss (川) – steht ursprünglich für das kontinuierliche Fließen des Wassers, das In-Bewegung-Sein der Dinge, den Strom und Kreislauf über den alles miteinander verbunden ist. Es bezieht sich auf Prozesse in der Natur und das menschliche Leben.

Idee/Choreografie/Tanz: Jasmin İhraç
Choreografie/Tanz: David Mendez, Abel Navarro
Live-Musik/Komposition: RENU
Dramaturgie: Lidy Mouw
Künstlerische Beratung: Ayşe Orhon
Lichtdesign: Catalina Fernández
Bühne: Cristina Nyffeler
Kostüme: Franziska Sauer
Aerial Dance Bewegungscoaching/Rigging/Equipment: Abel Navarro
Produktion: Jasmin İhraç
Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer Berlin
Produktionsleitung: Francesca Spisto

Dank an: Melih Kıraç, Thiago Granato, Mbegne Kassé (Ben-J), Juan Corres Benito, Devid Guanlandris und M. Jiang

Premiere: 27. Februar 2021, Berlin, HAU3
weitere Performances: 28. Februar, 1.+ 2. März 2021

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds,
der Kunststiftung NRW und des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur
und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Bild: New Scientist
[Bild: liu5]