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Das Geheimnis des Geisterjägers
| DAS GEHEIMNIS DES GEISTERJÄGERS
Buch / Jugendbuch
Joseph Delaney
Das Geheimnis des Geisterjägers
Spook, Band 3
The Wardstone Chronicles - The Spooks Secret, GB/USA. 2006
cbj Verlag, München, 8/2007
HC, Jugendbuch, Mystery-Thriller, 978-3-570-13047-6, 366/1495
Aus dem Englischen von Tanja Ohlsen
Titelbild von David Wyatt
Innenillustrationen von Patrick Arrasmith
www.cbj-verlag.de
www.spooksbooks.com/
www.david.wyatt.btinternet.co.uk/
www.patrickarrasmith.com/index2.html
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Thomas Ward ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes und daher mit besonderen Gaben gesegnet, die nicht verloren gehen dürfen. Darum ist er auf Anraten seiner Mutter in die Lehre eines Geisterjägers gegeben worden. An der Seite des amtierenden Spook lernt er Hexen und andere Schwarzzauber zu bannen und das Böse schnell zu erkennen.
Bereits zwei Bände der Tetralogie von Joseph Delaney sind erhältlich; nun ist mit Das Geheimnis des Geisterjägers der dritte Roman erschienen.
In diesem erfährt Tom, dass sie den Winter nicht in dem sonnigen Haus in Chippenden verbringen, sondern in ein Winterdomizil nach Anglezarke umziehen werden, in eine düstere Gegend, die von einem Moor begrenzt wird. Der Junge ist zwar nicht gerade begeistert über die Entwicklung, aber er fügt sich. Immerhin darf seine Freundin Alice, eine junge Hexe, mitkommen und auf einem Bauernhof in der Nähe leben.
Schon bei ihrer Ankunft spürt der Junge, das etwas Dunkles und Unheilvolles in dem alten Gemäuer vor sich geht. Es birgt nicht nur gefangene Hexen, die in starken Verliesen sicher verwahrt zu sein scheinen sondern auch einen Einblick in die Vergangenheit des Spook.
Ohne es herauszufordern findet Tom bald mehr heraus, erfährt, warum er einer der Hexen eine besondere Gnade zukommen lässt und wer der unheimliche bärtige Mann ist, der sich zwar wie ein Geisterjäger kleidet, aber keiner ist.
Morgan war auch einst ein Schüler des Spook, aber er hat die strenge Lehrzeit nicht durchgehalten und schon nach kurzer Zeit aufgegeben. Da er es aber genossen hat, die Macht zu kosten, ist er zu einem Nekromanten geworden, der mit den Toten sprechen und über sie gebieten kann. Und er will noch mehr - einen kostbaren Schatz, der sich immer noch im Besitz des Geisterjägers befindet.
Welche Rolle wird Tom in dem Duell spielen? Denn er bekommt immer mehr das Gefühl, dass sein Meister diesen Schatten seiner Vergangenheit nicht mehr gewachsen ist. Und auch er selbst muss mit einer Tragödie zurechtkommen, die sich in seiner eigenen Familie ereignet und eher, als erwartet, eine Rolle in den Machenschaften Morgans spielen wird.
Joseph Delaney bedient sich mit vollen Händen aus dem Sagenschatz seiner Heimat, denn die Atmosphäre der Geschichte lebt vor allem durch die kleinen, aber feinen Details, die er den Überlieferungen entnimmt, und davon, dass sie in einem düsteren, zeitlosen England spielt, das keiner speziellen Epoche zuzuordnen ist, allenfalls einer Zeit kurz vor der industriellen Revolution, in der noch das Landleben eine größere Rolle einnahm.
Die alltäglichen Dinge wirken dabei wie aus dem Leben gegriffen, während es bei den übernatürlichen Ereignissen schon etwas anders aussieht. Allerdings sollte man nicht zu jung und zu zart besaitet sein, denn im Umgang mit Hexen und bösen Zauberern schlägt der Autor schon einmal etwas härtere Töne an.
Sein Abenteuer konzentriert sich vor allem auf die Figuren, die einerseits vertraut scheinen, dann aber doch wieder anders sind, als man denkt, da sie hin und wieder doch durch unerwartete Entscheidungen überraschen, gerade wenn man meint, sie zu kennen. Ähnliches lässt sich zum Ablauf der Geschichte sagen.
Zwar geht der Autor weder in der Handlung noch in der Zeichnung der Personen sonderlich in die Tiefe, aber die anvisierte Zielgruppe wird sich genüsslich gruseln, und auch ältere Leser werden ihren Spaß haben, wenn sie ein paar Abstriche machen.
Für junge Leser zwischen neun und vierzehn Jahren erzählt Das Geheimnis des Geisterjägers wieder einmal eine spannende Geschichte aus der archaischen und magischen Welt des Spook, die mit so mancher schaurigen und manchmal auch etwas grausamen Überraschung aufwartet.
22. Aug. 2008 - Christel Scheja
Der Rezensent
Christel Scheja
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