Jan Imgrund

gangway #33/34 – Writers Abroad

Gedichte

© 2004 by Jan Imgrund and gangan.com

 

kiss mich

denke blank sagen
sie & diese flüssigkeit

sink an dein bett
zurück so warm

kühl daun sagen
sie decken mich zu

& kissen
mich auf
die stirn
den mund

 

fortschrift

Das buch liegt aufgeschlagen
auf der seite wo du kamst
Vergilbt, ich habe lange nicht
gelesen. Ich war fort mit dir –

Ich kehr zurück zu jener zeile
wieder habe lange nicht ge-
lese wieder was mir wider
– fort mit dir

 

falken sehen

du hast keinen blick
für den falken
der falke einen blick
für dich aber
mehr nicht:

so blind wie
du / bist
keine beute

 

 

die frische welt
schmerzt morgens in
den augen
die kalten flüsse sind
aus wachem prunk
erstellt und glasen. die
begeistert eischnee
tranken sind verdickt,
du drück am besten mull
auf deine wunde

 

 

was erst erstarrt war
schweigsam u. verschwielt
ein trockenes etwas das
ich aufhob
das
in der geschlossenen hand
blieb u. nein verweilte
dann ruhte
stellt sich dünenhaft im wind
auf
verschiebt sich langsam
da ich sie öffne
wandert

 

ein nacken

haar
hell wie rasch-
elt es hellt hier
ansatz sprung
haft gewirbel-
tes hält tier
unter
angeblichenen
knochen
fest

 

herbsteinsatz

da wird der schalter
umgelegt zum sommer
ende und

du merkst etwas ist
fort das dir vertraut
in fleisch und blut
gegangen war; ein
summen wie von
den antennen der
libellen die über dem
see kreisten

ist jetzt aus –
für einen augenblick
schlingert die welt und
es entweicht ein
wenig überdruck
aus diesem kleinen spalt
zwischen den jahreszeiten bis

mit einem ruck der
herbst einsetzt

: du spürst dann
gleich sein neues
dunkles summen
doch bald bist du
auch daran ganz
gewöhnt.

 

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