David Lean: Reise nach Indien
mit Judy Davis, Victor Bannerjee u.a.
      Kritik:
"Reise nach Indien", David Leans episch breite, atmosphärisch dichte und trotz der Überlänge an keiner Stelle langatmige Verfilmung eines Romans von Edward Morgan Forster zeigt die Fragwürdigkeit nationaler Stereotype auf und schildert die Begegnung von Menschen verschiedener Kulturen. Rezension, Filmkritik
 

Reise nach Indien

 
  Inhalt:
Die junge Engländerin Adela Quested reist in den Zwanzigerjahren nach Indien, um sich mit ihrem Verlobten Ronny Heaslop zu treffen, der es dort zum Friedensrichter gebracht hat. Sie ist von der Arroganz der Briten den Einheimischen gegenüber peinlich berührt. Als sie den verwitweten indischen Arzt Dr. Aziz kennen lernt, geraten ihre Gefühle durcheinander. ... Inhaltsangabe, Handlung






Reise nach Indien - Originaltitel: A Passage to India - Regie: David Lean - Drehbuch: David Lean, nach dem Roman "Indien" von Edward Morgan Forster - Kamera: Ernest Day - Schnitt: David Lean - Musik: Maurice Jarre - Darsteller: Judy Davis, Victor Bannerjee, Peggy Ashcroft, Nigel Havers, Alec Guinness, James Fox u.a. - 1984; 160 Minuten
   


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David Lean: Reise nach Indien

Inhaltsangabe:

Die junge Engländerin Adela Quested (Judy Davis) reist mit Mrs Moore (Peggy Ashcroft) in den Zwanzigerjahren nach Indien, um sich mit ihrem Verlobten Ronny Heaslop (Nigel Havers) – Mrs Moores Sohn – zu treffen, der es in Tschandrapur zum Friedensrichter gebracht hat. Die Damen sind von der Arroganz der Briten den Einheimischen gegenüber peinlich berührt.

Der eigenbrötlerische englische Lehrer Richard Fielding (James Fox), der den Indern gegenüber aufgeschlossen ist, arrangiert eine Begegnung der beiden Engländerinnen mit dem Brahmanen Naraya Godbole (Alec Guinness) und dem verwitweten indischen Chirurgen Dr. Aziz (Victor Bannerjee). Mrs Moore und Adela Quested denken sich nichts dabei, eine Einladung von Dr. Aziz zu den sagenumwobenen Höhlen von Marabar anzunehmen. Woher sollen sie wissen, Bücher von Dieter Wunderlich dass er Schulden aufnehmen muss, um den Ausflug finanzieren zu können?

Durch das Echo und die geheimnisvolle Atmosphäre in den Höhlen gerät Mrs Moore in Panik. Sie meint, die Gleichgültigkeit des Universums und die Sinnlosigkeit des Daseins zu spüren. Während sie sich im Freien erholt, folgen Dr. Aziz und Adela einem Führer zu den anderen Höhlen. Adela betritt die Höhlen allein, wird von ihren Gefühlen überwältigt und läuft davon. Sie unterliegt der Zwangsvorstellung, Dr. Aziz habe sie in einer der Höhlen belästigt. Wegen des Schocks muss sie tagelang im Bett liegen.

Mrs Moore stirbt an Bord das Schiffes, das sie nach England zurückbringen sollte.

Dr. Aziz wird wegen versuchter Vergewaltigung angeklagt. Erst im Verlauf des Prozesses rückt Adela von ihrer Beschuldigung ab. Auf dem Platz vor dem Gericht feiern die Inder den Freispruch des Arztes. Adela steht allein – ohne Zugang zur Gesellschaft der Inder und verachtet von ihren Landsleuten, die statt der Blamage lieber die Verurteilung eines Unschuldigen in Kauf genommen hätten.

Adela trennt sich von Ronny Heaslop, und Richard Fielding begleitet sie nach England zurück. Er schreibt wiederholt an Dr. Aziz, aber der Inder antwortet nicht.

Jahre später besucht Richard Fielding mit seiner schwangeren Frau Dr. Aziz in Indien. Erst jetzt begreift der indische Chirurg, dass der Engländer nicht Adela, sondern Stella – eine andere Tochter von Mrs Moore – geheiratet hat. Da wird ihm seine eigene Voreingenommenheit bewusst und er schreibt Adela Quested einen Versöhnungsbrief.


Filmkritik:

"Reise nach Indien", David Leans episch breite, atmosphärisch dichte und trotz der Überlänge an keiner Stelle langatmige Verfilmung des Romans "Indien" von Edward Morgan Forster aus dem Jahr 1924, zeigt die Fragwürdigkeit nationaler Stereotype auf, geißelt die Arroganz der britischen Kolonialherren in Indien und schildert die Begegnung von Menschen verschiedener Kulturen. Selbst bei gegenseitiger Achtung scheinen Freundschaften zwischen Europäern und Asiaten nicht möglich zu sein.

Inhaltsangabe

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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