Du machst Feuer aus Reisig und Ästen, wenn die Sonne das Wasser färbt,
holst die Farbe der Sonne im Wasser ins Feuer, treibst die Farbe des Feuers im
Rauch in die Nacht, im Rauch, der zur Milchstraße zieht, gibst du der Sonne,
dem Himmel die Farben zurück, wird die Welt zur blauschwarzen Vase,
das Wasser zu Firnis.
Ein Kleid aus glänzendem Firniswasser willst du besitzen und einen Philemon,
der dich erfreut, wenn Schnee in der Luft liegt, dass Küsse auf Wangen,
nicht in Luft gesetzt werden, dass eine Hand dir die Nacht wärmt,
den Himmel, dass die Blätter dich nicht alleine bedecken, wenn Schnee
in der Luft liegt.
Du wirst dich getrauen, den Toten zu widersprechen,
weil du nicht mehr alleine den Mond schauen musst,
weil einer Krawattenknöpfe zu binden versteht, so gut wie der Mond,
weil einer dir Gras um deinen Finger winden,
das Gras in Silber tauchen wird, in Gold,
für die Ewigkeit, die so lange dauert wie die Liebe.
Weißt du die Gräser,
wirst du ihn fragen –
die langen schmalen, an denen du dich schneiden, die du zwischen deine
Daumen klemmen kannst, um Töne zu blasen,
es ist der Gesang der Möwen, die Musik dieser Gräser.
Mach die Tür zu,
wirst du ihm sagen –
siehst du denn nicht, dass ich hier einen Germteig gehen habe.
Schau auf mich aus der Krone des Kirschbaumes,
ich werde dich mit kirschroten Fingern umarmen,
sei im besten Alter, wenn zwischen den Birken der Sand aufgewühlt wird,
der Sandsturm uns nicht mehr erreicht
(wenn der Traum die Sehnsucht beschreibt, dann ist meine ein Sandsturm nach dieser Nacht).
(S. 18f)
© 2008 Haymon Verlag, Innsbruck-Wien.