Inhaltsangabe:
Weil die sozialistische Journalistin Rosa Luxemburg (Barbara Sukowa) zusammen mit Leo Jochies (Daniel Olbrychski), ihrem polnischen Geliebten, in Warschau die erste russische Revolution (1905 - 1907) in einem Zeitungsartikel unterstützt, wird sie eingesperrt. Bei ihrer Freilassung weiß sie noch nicht, dass August Bebel (Jan Biczycki) die Kaution für sie hinterlegt hat, und als sie es später in Berlin von Karl Kautskys (Jürgen Holtz) Frau Luise (Adelheid Arndt) erfährt, begehrt sie gegen diese "Entmündigung" auf.
Beim Silvesterball 1899 in Berlin wird Rosa Luxemburg von ihrem Parteigenossen Eduard Bernstein (1850 - 1932) zum Tanzen aufgefordert, aber sie weist ihn brüsk zurück, weil er statt einer Revolution Sozialreformen anstrebt.
Als Rosa Luxemburg sich ein Kind wünscht, meint Leo, der über Zürich nach Berlin emigriert ist und mit ihr zusammen lebt, ihre Aufgabe sei es, nicht Kinder, sondern politische Ideen zu gebären.
Weder im Politischen noch im Privaten duldet Rosa Luxemburg Unklarheiten. Sobald sie von einem Fehltritt Leos erfährt, trennt sie sich von ihm. Später nimmt sie ihn zwar wieder in ihre Wohnung auf, aber nur noch als sonst obdachlosen Emigranten. Ihr Liebhaber ist inzwischen Kostja Zetkin (Hannes Jaenicke), der Sohn ihrer Freundin und Gesinnungsgenossin Clara Zetkin (Doris Schade). Der muss allerdings im August 1914 in den Krieg.
In zahlreichen öffentlichen Reden plädiert Rosa Luxemburg bis zur Erschöpfung gegen den Krieg und ruft leidenschaftlich zur Kriegsdienstverweigerung auf: "Krieg gegen den Krieg!" Dafür muss sie im Februar 1915 für ein Jahr ins Gefängnis. Durch ihre kompromisslose Haltung gerät Rosa Luxemburg zunehmend in Konflikt mit der Parteiführung unter Friedrich Ebert (1871 - 1925), der 1914 dafür sorgte, dass die sozialdemokratische Reichstagsfraktion einstimmig für die Kriegskredite votierte. Ungehalten schimpft Rosa Luxemburg: "Der deutsche Sozialismus ist ein alter Gichtonkel geworden, der sich vor jeder Zugluft fürchtet." Sogar Karl Liebknecht (Otto Sander), der ihre radikalen Ansichten teilt, wird von ihr als Schlafmütze bezeichnet.
Vom 10. Juli 1916 bis 9. November 1918 ist Rosa Luxemburg erneut eingesperrt, dieses Mal nicht zur Verbüßung einer Strafe, sondern im Rahmen einer "Sicherheitsverwahrung". Besuchern steckt sie heimlich ihre Beiträge für die "Spartakus-Briefe" zu, das publizistische Sprachrohr einer von ihr, Karl Liebknecht und Clara Zetkin angeführten Gruppierung am linken Rand der Sozialdemokraten.
Am Tag ihrer Freilassung wird aus dem deutschen Kaiserreich eine Republik, und der sozialdemokratische Parteichef Friedrich Ebert übernimmt die Regierung, verhindert jedoch, dass es zu einer Räterepublik kommt. Rosa Luxemburgs Hoffnungen auf eine Revolution nach russischem Vorbild erfüllen sich also nicht. Aus Protest gegen die Politik Friedrich Eberts spaltet sich unter der Führung von Rosa Luxemburg und ihren Mitstreitern am linken Rand der Sozialdemokraten eine Gruppe ab, aus der am Neujahrstag 1919 die Kommunistische Partei Deutschlands hervorgeht.
In der zweiten Januarwoche kommt es in Berlin zu Aufständen gegen die Regierung Ebert. Rosa Luxemburg wirft Karl Liebknecht vor, die Arbeiter aufgehetzt und in ein sinnloses Blutvergießen getrieben zu haben, sinnlos, weil die Massen noch nicht bereit für die Revolution seien und der Aufstand deshalb scheitern werde. Tatsächlich lässt die Regierung die chaotischen Unruhen in tagelangen Straßenkämpfen blutig niederschlagen.
Aufgrund eines Verrats werden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar 1919 in ihrem Versteck aufgespürt und in das Hotel Eden gebracht. Dort ordnet ein Offizier an, sie in das Gefängnis Moabit zu überführen. Zuerst wird Karl Liebknecht von Soldaten zu einem bereit stehenden Auto gebracht. Beim Verlassen des Hotels schlägt ein am Ausgang postierter Husar mit dem Gewehrkolben auf Karl Liebknecht ein. Das Gleiche geschieht mit Rosa Luxemburg, die man einige Minuten später zu einem anderen Wagen gebracht wird: Der fanatische Husar trifft sie mit dem Gewehrkolben am Kopf. Sowohl Karl Liebknecht als auch Rosa Luxemburg werden von ihren Bewachern während der Fahrt erschossen.
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