Sie betrat den Raum mit den Schnüren. Unzählige Kordeln, Seile, Stricke. Sie kamen aus dem Dunkel. Zerfledderte Kärtchen hingen daran, eng mit von Tinte verschmierten Buchstaben beschrieben. So kam der Traum in die Hinterzimmer, fast könnte man sagen: perfide.
Christina Ricci in "Buffalo 66"
King Crimson - Moonchild long version
06.09.2006 14:58:43
01.09.2006 12:17:04
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29.08.2006 14:22:03
ein rad schlug ich und kam in einer brücke zu stehen. mein kreuz gebogen und der nabel zum himmel erhoben. da sah ich die welt kopf stehen, grashalme wuchsen nach unten und ich hielt mich an ihnen, um nicht in die wolken hinabzufallen. immer leichter wurde ich, bis mein haar zu fliegen begann, in das gras hinein, es verwuchs mit den halmen und meine sohlen schlugen wurzeln, meine hände blühten und ich begann im wind zu schaukeln.
...dass man dem Menschen jederzeit die Vorstellung vorzieht,
die man sich von ihm macht. A.C.
18.08.2006 14:25:33
Reaktion
Kommt ganz schwach, ein Glimmen
wie von Dioden, klein, unscheinbar.
Flimmernd, elektrisch, huscht hinweg,
kehrt wieder. Nicht abzuschuetteln. Wie
dieses Wissen, sehr ploetzlich: Nein, das
ist es nicht. Auch erst flackernd. Dass
jeder Lichtwechsel zum Stoerfall wird.
es tagte, ehrlich, es tagte, weil es, nicht auf der Landseite, auf der Seite der Dünen und des Meeres endlich tagte, dort wo ich mir jenseits der Dächer und jenseits davon das Meer vorstellte, das Meer über den Pferden und den Giraffen des verlassenen Karussells mit den bunten Laternen an der Segeltuchkuppel, nicht das Meer von Póvoa, nicht das Meer von Carcavelos, ein stilleres, tieferes, sanfteres Meer, ein Meer ohne Tag-und-Nachtgleichen-Stürme, ohne Möwen, ein unbekanntes Meer, erodierte Felsen, ein endloser Strand, ich dachte an das Meer, dachte so sehr ans Meer, daß ich den Rock nicht anzog, die Ohrringe nicht anlegte, die Kette nicht verschloß, mich nicht bewegte, aus dem Fenster auf den Morgen von Corroios schaute, dachte so sehr ans Meer, daß ich nicht einmal bemerkte, daß mich jemand ins Schlafzimmer trug, mich hinlegte, mit der Überdecke zudeckte, und obwohl die Rolläden heruntergelassen waren, drehte sich das Karussell unter den Platanen, drehte sich immer schneller unter den Platanen und drehte sich stundenlang, bis ich es vergaß.
aus: Antonio Lobo Antunes: Der Tod des Carlos Gardel
y
Gotan Project
01.07.2006 18:35:44
Meinst du wirklich, du wärst an diesem Punkt bereits so klug wie das Gedicht?
Es ist Morgen. Seit Wochen ist es Morgen und die Sonne steigt.
Die Sonne steigt und es ist Morgen. Luft. Klare Morgenluft.
Wir tauchen. Ich tauche. Wir tauchen. Ich tauche. Tauchgang.
Es finden sich Hand und Hand, es finden sich. Lachen. Fangen.
Das tun wir. Tauchen, lachen, fangen. Tauchen. Das Drehen
der Erde. Es dauert. Mich. Es dauert. Mich. Es dauert. Dauert.
Wie sich das fühlt. Kämme mit den Fingern mein Haar. Haar.
Wozu siegen. Wozu siegen. Siegreich ziehe ich aus. Ziehe aus.
Geworfen schlucke ich Erde. Geworfen. Erdwurf, Erde.
Strömung. Der Strom kehrt zurück. Kehrtwende. Wendig
drehen die Boote im Kreis, drehen, wenden, drehen, wenden.
Bug an Bug, Bugstöße, drehender Bugstoß, wendiges Drehen.
Wind weht. Sämig. Springt, quillt, sammelt, kreiselt, stillt.
Stillt. Stimmen. Stimmen. Stammeln. Verknäultes, schwarz
auf dem Spiegel, Stromspiegel, still. Steht still. Starrt.
Starrt zu Boden, Erdschwarz. Stromerde. Dunkles Meer.
Tiefe Erde, dunkles Meer. Tiefer Himmel im dunklen Meer.
26.06.2006 13:50:06
Last trip to Harrisburg
Rainer Werner Fassbinder liest
Udo Kier spielt
*
20.06.2006, Anm.: Leider wurde dieser Kurzfilm von seinem Anbieter aus dem Netz entfernt. Schade. Wüsste gerne warum. Verwunderte Grüße an "haarmlos".
16.06.2006 13:14:09
Sylvias gestrigem Beitrag ist aus meiner Sicht wenig mehr hinzuzufügen. Ich hätte mir die Möglichkeit des Gesprächs zwecks mehr Hintergrundinformation gewünscht, leider hat es nicht stattgefunden - ist aber auch nicht zwingend notwendig, was sowohl Sylvia als auch Hendrik schon bezeichnet haben: der Anlass öffnet das Feld für Fragen, die sich in diesem Zusammenhang jede/r Einzelne zu stellen hat. Und die sich jede/r Einzelne selbst zu beantworten hat.
Als hemmungslos undifferenziert und launisch habe ich niemandes Beiträge in diesem Forum bislang empfunden, zu keinem Zeitpunkt. Das Wort "Hetzschrift" lehne ich in Zusammenhang mit Brittas Text ab. Wertekodex: wie gesagt, Sylvia, Hendrik: dito. Das literarische Gelungensein eines Textes lässt sich jederzeit infrage stellen.
Im Übrigen steht es jeder Person selbstverständlich frei, sich bei Anlass auf Beiträge im Goldenen Fisch entweder mit dem Autor selbst auseinanderzusetzen, oder aber - sollte dies zu keinem Ergebnis führen - die Möglichkeit eines offenen Briefs zu wählen, wie es auch in Print- und sonstigen Medien hierzulande gehandhabt wird.
Die Freiheit der Kunst hat keinen Wert, sie ist einer.
Und Gespräch immer der erste Schritt, der zu gehen wäre.
14.06.2006 12:22:30
Ich als Nicht-Nordlicht und ausgesprochen abseits von diesen Vorgängen Lebende und Schreibende erbitte mir nun - angesichts dieser Beiträge - die nötige Zeit, mich genau informieren zu können. Sonst würden meine Beiträge zu diesen Vorgängen vermutlich unqualifiziert ausfallen und der Sache nicht gerecht werden. Ich denke, ich spreche hier auch für einige andere Fische. Is this possible? Fragt erstaunt C.
13.06.2006 14:56:06
Ich halte es mit den Dingen im Sonnenlicht:
zu glühen, wenn die Zeit kommt, ohne
Wissen, ohne Hoffnung.
Marta Vent im Gespräch mit Lucio Piccolo. In: Discorsi d'ombra, 6/1969
09.06.2006 11:35:54
Memoria: Pentecoste 1960
Mina Mazzini: Il cielo in una stanza
04.06.2006 11:30:33
Ma io, con il cuore cosciente
di chi soltanto nella storia ha vita,
potrò mai più con pura passione operare,
se so che la nostra storia è finita?