logo kopfgrafik links adresse mitte kopfgrafik rechts
   

Dezember
Mo Di Mi Do Fr Sa So
48 26 27 28 29 30 01 02
49 03 04 05 06 07 08 09
50 10 11 12 13 14 15 16
51 17 18 19 20 21 22 23
52 24 25 26 27 28 29 30
1 31 01 02 03 04 05 06

FÖRDERGEBER

  BMUKK

  Wien Kultur

JAHRESSPONSOR

  paperblanks
kopfgrafik mitte

Hans Eichhorn: Petruskomplex.

Gedichte.
Salzburg, Wien: Residenz, 1998.
91 S., geb.; öS 278.-.
ISBN 3-7017-1088-0.

Link zur Leseprobe

Eichhorns neuer Gedichtband ist zweigeteilt: "Lebendköder" ist der erste Teil und umfaßt etwa 45 Seiten; "Petruskomplex", der titelstiftende zweite Teil, ist hingegen kürzer: nur 35 Seiten, die man allerdings besser ohne den längeren ersten Teil veröffentlicht hätte.

"Petruskomplex" ist die Begegnung Eichhorns mit Rom, der ewigen Stadt, die Eichhorn nicht als statisch erlebt, sondern als etwas, das ständig in Bewegung ist: "Die Straßen ein ständiges Weggehen" (S. 55) heißt es da, Santa Maria wird gesehen als "das fliegende Kirchenschiff im Zug, / durch das Milchmeer des Nebels" (S. 55) und sogar die aufgehängte Wäsche trocknet in dieser Stadt "schlagartig" (S. 55). Diese Bewegung überträgt sich auf den Dichter, der selbst auch nicht mehr zur Ruhe kommt, und - hin- und hergerissen zwischen den verschiedenen Extremen (Schmutz, Kunst, Schönheit) - in den Strudel der Stadt hineingerissen wird. Dem Leser beschert dies eine sehr anregende und phantasievolle Reise durch Rom, ermöglicht ihm das Betrachten der Sehenswürdigkeiten, das Beobachten eines Malers, der immer nur ein Segelboot malt; man hört fast den Lärm der Straßen, ebenso wie die Stille mancher Gärten und Winkel, und Eichhorn läßt einen sowohl die würzige Pizza, als auch die stinkenden Abfälle riechen.

"Lebendköder" hingegen kommt an die Qualität von "Petruskomplex" bei weitem nicht heran. Nicht deshalb, weil Eichhorn hier weniger lebensfroh schreibt und es sich um sehr kalte, düstere und hoffnungslose Gedichte mit Titeln wie "Schlechtere Zeiten" oder "Asphalttür, Mülltonnen im Innenhof" handelt. Vielmehr kann der Leser die Frage, was das Ganze eigentlich soll, wohl nur schlecht beantworten. Die Bilder wirken oft sehr ungeschickt, nicht in ihrer Wahl, sondern in der für den Dichter wohl assoziativen Zusammenstellung, die ein Nachvollziehen aber sehr schwierig macht: "du, Maske,/ erfundener Glückslauf, Tetrapack am Kopf, / brüllende Hosenform, Schwester, alles, / Bischofsmütze, Raumspray, der große Topf, /" (S. 23, aus "Die Schaufenster, die Straßen, die harten Türen"). Nahezu besessen scheint Eichhorn von Katzenklos zu sein, die immer wieder in den Teilgedichten vorkommen (eine Hommage an Harpe Kerkeling?).

Das Gedicht "Petruskomplex" ist gelungen, die Zusammenstellung des gesamten Bandes jedoch nicht.

Eva Reichmann
16. Juni 1998

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Suche in den Webseiten  
Link zur Druckansicht
Veranstaltungen
SLAM B

Fr, 11.01.2013, 20.00 Uhr Poetry Slam Über 160 SlammerInnen – im Alter zwischen 14 und 77 Jahren...


Ausstellung
Herbert J. Wimmer ROTOPOST ROTOSPOT

LICHT & LITERATUR AUFNAHMEN 16.01.2013-21.03.2013


Tipps
flugschrift

Ein Zeitschriftenprojekt des Autors Dieter Sperl in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Wien und...


Der Erich Fried Preis 2012 ging an Nico Bleutge

Der deutsche Dichter Nico Bleutge erhielt am 25. November den mit 15.000 Euro dotierten Erich...