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Freitag, 14. Dezember 2018

Notiz aus dem Korrektorat






#Korrektorat
Das Übel mangelnder Sprachbeherrschung in den #Kulturwissenschaften - speziell unter Historikern: 

Sprachfehler werden zu Sachfehlern. 
Geschichte, Wahrheit, Kritik gehen am modischen #Dummdeutsch zuschande.


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(Mode der Pleonasmen, der überdehnten Zeugmata, manifeste Unkenntnis der Consecutio Temporum und ihrer Formenbildungen, Verwechslung von indirekter Rede und Konjunktiv, restringiertes Sprachniveau selbst bei Universitätsangehörigen.)


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((Bedenklicher noch stimmt - nach 1.500 Seiten Korrektorat von Hardcore-Kulturwissenschaft - der vollkommen unkritische Gebrauch von aktuellen Jargons, die unreflektierte Aufnahme intellektueller Moden, die mangelnde bzw. gar nicht durchgeführte Methodenreflexion bzw. -diskussion.

Und dies gehandhabt von eben jenen Leuten, die in ihrer Forschung das methodische, intellektuelle und institutionelle Self-Streamlining von NS-Parteigängern heute sogenannt "kritisch aufarbeiten".))


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Solche Beobachtungen stimmen mich nachdenklich, denn ich suche stets den Blinden Fleck auch bei mir selbst. Es wird wohl auch Zeit, die strengen Regeln, die ich mir im Zuge meiner Tätigkeit als Literaturkritiker und -Gutachter auferlegt hatte, quasi post rem zu rekapitulieren.

Mich interessiert allein die Diagnostik, deren Bedingungen und deren Bedingtheiten.

Das "Urteilen", das Sich-auf-ein-Podest-Stellen, das Noten-Verteilen, das Besserwissen: Dies Alles interessiert mich seit mehr als 20 Jahren nicht.

Wohl aber interessiert mich, Qualität und Kenntnis aufzuspüren und das Echte im Getöse des Zeitgeistes zu finden und herauszupräparieren.

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